Gefahrenwahrnehmung
In der Prüfung wird erwartet, dass Sie bestimmtes Fehlverhalten bestimmter Verkehrsteilnehmer vorausahnen – nicht nur auf das reagieren, was gerade sichtbar ist.
Kinder & besonders schutzbedürftige Fußgänger
Grundprinzip: Für Kinder gilt der normale „Vertrauensgrundsatz“ nicht – rechnen Sie bei ihnen immer mit unbedachtem, unüberlegtem Verhalten, nicht mit richtigem Verkehrsverhalten. In der Nähe von Kindern müssen Sie bereit sein, sofort stark zu bremsen, wenn eines auf die Straße läuft.
An Ampeln ist damit zu rechnen, dass Kinder loslaufen, sobald es für ihre Richtung Grün wird – manchmal sogar schon vorher. Wo ein Radweg endet, ist damit zu rechnen, dass Kinder unachtsam auf die Fahrbahn wechseln oder zu weit auf sie hinausfahren.
Ältere Menschen mit Gehhilfen: Rechnen Sie damit, dass sie mitten auf der Straße stehen bleiben, umkehren oder langsam überqueren – es gilt eine erhöhte Sorgfaltspflicht.
Rollstuhlfahrer auf der Fahrbahn, obwohl ein Gehweg vorhanden ist: Fahren Sie hinterher, bis Sie überholen können, und halten Sie viel Abstand (der Rollstuhl kann ausscheren). Kommt einer nach dem Überqueren nicht auf den Bordstein, halten Sie an, schalten Sie die Warnblinkanlage ein und helfen Sie.
Sehbehinderte Fußgänger: erkennbar an einer gelben Armbinde mit drei schwarzen Punkten und/oder einem weißen Langstock, der diagonal gehalten wird. Mit ihnen ist keine Verständigung per Blickkontakt über die Vorfahrt möglich – Sie müssen anhalten und sie queren lassen.
Busse, Straßenbahnen & ein- und aussteigende Fahrgäste
Überholen Sie nie einen Bus oder eine Straßenbahn, der/die sich noch bewegt und in der Nähe einer Haltestelle die Warnblinkanlage eingeschaltet hat. Steht er/sie mit eingeschalteter Warnblinkanlage, dürfen Sie nur in Schrittgeschwindigkeit vorbeifahren, und nur wenn Sie sicher sind, dass kein ein- oder aussteigender Fahrgast gefährdet wird.
An Haltestelleninseln zum Ein- und Aussteigen ist damit zu rechnen, dass Fußgänger annehmen, sie hätten Vorrang vor Fahrzeugen, auch wenn dies rechtlich nicht der Fall ist – behandeln Sie den Bereich mit besonderer Vorsicht.
Sie müssen außerdem einem Linien- oder Schulbus, der das Zeichen zum Anfahren von einer gekennzeichneten Haltestelle gibt, Vorrang gewähren – nicht nur das Überholen eines stehenden Busses unterlassen.
Gefahren durch Straße & Wetter
Wo die Schleudergefahr am höchsten ist: in der Nähe von Baustellen und an Einmündungen von Feld- und Waldwegen (auf die Straße geschleppter Schmutz), auf Brücken und auf Straßenabschnitten im Wald (schattig, feucht, windig – anfällig für Glatteis).
Nasse Fahrbahn: Halten Sie einen deutlich größeren Sicherheitsabstand – die Reifenhaftung lässt nach, Gischt beeinträchtigt die Sicht und der Bremsweg wird länger, alles gleichzeitig.
Öl auf der Fahrbahn: Vermeiden Sie starkes Bremsen und abrupte Lenkbewegungen; informieren Sie die zuständige Stelle.
Glätte während der Fahrt prüfen: Bremsen Sie bei sehr niedriger Geschwindigkeit vorsichtig, um es zu testen – testen Sie nie durch ruckartiges Lenken oder kräftiges Beschleunigen. Bei bestätigtem Eis vermeiden Sie alle drei: starkes Beschleunigen, starkes Bremsen und abrupte Lenkbewegungen.
Dunkelheit & schlechte Sicht
Beim Abbiegen von einer hell beleuchteten Straße in eine unbeleuchtete: Ihre Augen gewöhnen sich langsam an die Dunkelheit – Hindernisse sind direkt nach dem Übergang schwerer zu erkennen, nicht sofort deutlich sichtbar.
Vom Gegenverkehr geblendet: Blicken Sie zum rechten Fahrbahnrand (nicht in das Licht) und verringern Sie notfalls die Geschwindigkeit. Beschleunigen Sie nie, um die Blendung schneller hinter sich zu lassen.
Einfahrt in eine unbeleuchtete Tiefgarage: Ihre Augen brauchen Zeit zur Anpassung, und Fußgänger laufen dort häufig auf den Fahrspuren – beides trifft gleichzeitig zu.
Fußgängerüberwege (Zebrastreifen)
Überholen ist streng verboten, unmittelbar vor und auf einem Zebrastreifen – damit Sie ihn und jeden, der gleich losgeht, immer gut im Blick haben. Halten/Parken ist im gleichen Bereich ebenfalls verboten (entspricht der 5-m-Regel aus dem Thema Zahlen).
Will ein Fußgänger die Straße überqueren, müssen Sie sich zum Anhalten bereit machen und dürfen kein bereits dort wartendes Fahrzeug überholen.
Nähern Sie sich mit besonderer Vorsicht, wenn: Fußgänger erkennbar die Straße überqueren wollen, Ihre Sicht auf den Überweg eingeschränkt ist oder dort bereits ein anderes Fahrzeug wartet.
Beim Abbiegen in eine Seitenstraße, während Fußgänger sie überqueren (auch bei Grün für Sie): Sie müssen sie zu Ende queren lassen, bevor Sie abbiegen.
Bereit für den Test?
9 Fragen zu diesem Thema. Falsche Antworten werden erklärt, und Sie können gezielt nur die verpassten wiederholen.